Startseite » Bulliblog » Fähre nach Korsika mit Kindern

Fähre nach Korsika mit Kindern

Inseln erreicht man nur mit dem Schiff, wenn man mit dem eigenen Auto oder wie wir im Bulli dort unterwegs sein möchte. So verschifften wir gleich mehrmals hintereinander unseren geliebten Ritter mit der Fähre nach Korsika, wo wir traumhafte Urlaube verbrachten. Die Überfahrt mit einer großen Fähre ist an sich schon ein besonderes Erlebnis. Für Kinder ist es aber ein absolutes Highlight.

Damit die Fährfahrt mit Kindern auch zum Erfolg wird, gibt es einige Dinge zu beachten und das ein oder andere will im Vorfeld geplant sein. Mit unseren 8 besten Tipps machen wir euch fit für eure erste Überfahrt nach Korsika mit Kindern.

#1: Fähre buchen?

Klar ist es eine schöne Vorstellung, einfach loszufahren, am Fährhafen anzukommen und zu schauen, wann die nächste Fähre fährt. Was für Solo-Reisende und Vanlife-Pärchen super funktioniert, kann für Familien mit Kindern schnell stressig werden.

Wir empfehlen daher für die Familienüberfahrt die Tickets vorher zu buchen, es sei denn man entscheidet sich unterwegs spontan für eine Fahrt mit der Fähre. Das gibt Planungssicherheit und die Gewissheit, dass man die Fährfahrt wie geplant antreten kann. So kann man sich ganz auf die stressfreie Anfahrt konzentrieren und muss sich nicht noch mit der Unwägbarkeit herumschlagen, ob man noch eine Fähre erwischt.

Die Buchung ist bei den großen Fährgesellschaften wie z.B. Corsica-Ferries oder Moby super easy und in wenigen Schritten erledigt. Das Angebot an buchbaren Optionen ist groß. Wenn man eine Kabine möchte, sollte man diese auf jeden Fall vorher buchen. Ob man das Abendessen oder Frühstück Monate vor dem Urlaub buchen möchte, das sei jedem selbst überlassen. Wir haben es einmal getan 😊 und machen es nicht noch einmal.

#2: Tag- oder Nachtfähre?

Mit der Fähre fahren ist für Kinder immer ein besonderes Erlebnis, an das sie sich noch lange erinnern. Eine Fährfahrt kann mitunter aber auch recht lange dauern, irgendwann hat man alles auf dem Schiff gesehen und bei den Kindern macht sich dann doch Langeweile breit. Außerdem muss man sich überlegen, ob man die Anreise zur Fähre tagsüber oder in der Nacht plant oder ob man sich unterwegs eine Möglichkeit zum Übernachten bucht. Eine Frage, die man sich aus diesem Grund auf jeden Fall stellen sollte, ist, ob man mit der Tag- oder der Nachtfähre fahren möchte. Für beide Varianten gibt es gute Gründe. Wir haben beides mit unseren Kids schon erlebt und möchten euch einige Denkanstöße für eure eigenen Planungen geben.

Für die Tagfähre spricht, dass man die Überfahrt bei Tageslicht erlebt und nichts Spannendes verschläft. Zudem braucht man nicht unbedingt eine Kabine, denn man kann sich über Tag auch gut auf der Fähre aufhalten. Das spart Geld.

Plant man die Anfahrt auf die Urlaubsinsel in einem Rutsch durchzufahren, hat die Tagfähre jedoch den Nachteil, dass man, je nachdem, wie weit die Anreise zum Fährhafen ist, die Nacht durchfahren muss und entsprechend müde auf der Fähre ankommt und die Überfahrt nicht so richtig genießen kann. Auch ist es bei dieser Variante nicht so leicht, den Zeitpuffer so zu planen, dass man zwar rechtzeitig am Fährhafen ankommt, jedoch nicht zu viel Zeit übrighat, die man noch überbrücken muss, bis das Schiff dann ablegt.

Je nach Länge der Fährüberfahrt macht sich bei der Fahrt mit der Tagfähre zudem irgendwann auch Langeweile bei den Kindern bemerkbar, denn nach einigen Stunden an Bord hat man auf dem Schiff alles gesehen. Zwar gibt es an Bord häufig Spielbereiche für Kinder, dort befinden sich aber meist auch Spielautomaten und man muss sich als Eltern auf Diskussionen darüber einstellen, ob, wann und wie viel man mit diesen spielen darf.

Für die Nachtfähre spricht, dass es nicht nur für Kinder ein tolles Erlebnis ist, auf einem Schiff zu übernachten. Es ist spannend, seine Kabine zu beziehen, nach dem Ablegen des Schiffs den Sonnenuntergang auf dem Deck zu genießen und irgendwann ins Bett zu gehen und sich vom Schaukeln des Schiffs und dem Lärm der Maschinen in den Schlaf begleiten zu lassen.

Die Übernachtung auf dem Schiff hat außerdem den Vorteil, dass man am nächsten Morgen frisch an seinem Urlaubsort ankommt und direkt in den Inselurlaub starten kann. Das natürlich nur, wenn man auf dem Schiff gut schlafen kann. Die Kabinen sind meist nicht allzu geräumig. Menschen, die zu Platzangst neigen, fühlen sich hier eher nicht so wohl. Außerdem besteht natürlich immer die Gefahr, dass bei der Überfahrt Seegang herrscht.

Zudem sind die Nächte an Bord doch eher kurz. Die Fähren fahren bei der Nachtüberfahrt nicht mit voller Geschwindigkeit, damit die Fahrzeit länger wird, der Weckruf am Morgen ertönt jedoch nicht selten bereits vor sechs Uhr in der Früh. Ausgeschlafen ist man nach einer Nachtüberfahrt also auch nicht.

Wir haben sowohl mit der Überfahrt auf der Tagfähre als auch auf der Nachtfähre gute Erfahrungen gemacht. Wir haben es uns seit wir im Bulli unterwegs sind aber auch zur Angewohnheit gemacht, den Urlaub mit der Fahrt zu beginnen und sind stets gemütlich unterwegs. Wir planen lieber eine Zwischenübernachtung ein, als die Nacht durchzuheizen und übermüdet auf der Fähre anzukommen. Dazu aber mehr im Kapitel Anfahrt.

#3: Brauchen wir eine Kabine?

Eine weitere Überlegung, die man im Vorfeld anstellen sollte, ist die, ob man eine Kabine braucht oder nicht. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es eigentlich nur einen Fall gibt, in dem man auf die Kabine verzichten kann: Wenn man vorher in der Nähe des Hafens übernachtet hat und ausgeschlafen auf die Tagfähre geht. Dann kann man sich tagsüber gut auf dem Schiff beschäftigen und die Überfahrt genießen.

Plant man mit der Nachtfähre zu fahren, würden wir die Kabine in jedem Fall empfehlen. Die Alternative heißt nämlich, dass man auf den Sitzgruppen oder auf dem Boden campiert. Es gab einige Familien, die sich Isomatten und Schlafsäcke mit auf die Fähre gebracht haben und es sich dann auf den Gängen gemütlich gemacht haben. Für Hartgesottene und Sparfüchse kann das eine Variante sein. Wir bevorzugen bei der Nachtüberfahrt aber dann lieber doch eine Kabine. Diese bietet den bescheidenen Komfort eines Betts und eines Badezimmers, sodass man am nächsten Morgen mehr oder weniger ausgeschlafen und frisch von Bord gehen kann.

Auch für den Fall, dass man die Tagfähre nimmt und eine weite Anreise in der Nacht hinter sich hat, bietet die Kabine einen wohlverdienten Rückzugsort, wo man sich mal ein bisschen ausruhen und etwas Schlaf nachholen kann.

#4: Die Anfahrt zum Fährhafen

Bei unserer ersten Fährfahrt mit Kindern hatten wir ein Schlüsselerlebnis, das wir so nicht mehr erleben möchten. Damals waren wir noch nicht im Bulli unterwegs, sondern sind zum Campingurlaub mit dem Auto aufgebrochen. Wir fuhren die Nacht durch, um die Tagfähre von Savona nach Bastia zu bekommen. Leider hatten wir so viel Zeit eingeplant, dass wir viel zu früh am Fährhafen angekommen wären. Da wir alle fix und fertig waren, mussten wir schließlich auf einem Autobahnrasthof irgendwo in Italien anhalten, um einige Stunden zu schlafen. Das gestaltete sich allerdings nicht so leicht, war unser Auto doch mit vier Personen und einer kompletten Campingausrüstung bis unters Dach vollgepackt und der Parkplatz unter den viel zu hellen Straßenlaternen zu allem Überfluss auch noch voll mit Moskitos. Nach einigen unruhigen Stunden Schlaf zu viert zusammengekauert auf Fahrer- und Beifahrersitz kamen wir schließlich völlig übermüdet im Fährhafen an und konnten die Überfahrt nicht so wirklich genießen. Wir hatten eine Kabine gebucht und verkrochen uns dorthin, um etwas Schlaf nachzuholen.

Nach diesem Erlebnis haben wir es uns zur Angewohnheit gemacht, dass der Urlaub mit dem Aufbruch zuhause beginnt und wir lieber eine Zwischenübernachtung an einem schönen Ort einplanen, statt lange Strecken durchzufahren, nur um etwas früher anzukommen. Diese Entscheidung fiel uns leicht, denn wenn man im Bulli unterwegs ist, ist man einfach viel flexibler als mit dem Auto. Egal, ob wir die Tag- oder Nachtfähre nehmen, wir übernachten vor der Überfahrt immer irgendwo in Hafennähe und gehen dann ausgeschlafen und entspannt an Bord.

Vor unserer Fährfahrt von Genua nach Bastia übernachteten wir auf dem Ferienhof Rüti in der Schweiz und für die Fährfahrt ab Livorno können wir den Agriturismo Lago Le Temerici nahe Pisa empfehlen. Wer noch etwas Zeit übrig hat, kann von dort noch einen Städtetrip durch Pisa einplanen und den Schiefen Turm besichtigen. Auf Korsika haben wir die letzten Tage auf dem wunderschönen Strandcampingplatz Camping Calamar an der Ostküste verbracht, bevor wir die Fährüberfahrt ab Bastia angetreten haben.

Camper sollten außerdem unbedingt ausreichend Zeit einplanen, um das letzte Camp vor der Fährüberfahrt abzubauen. Nicht, dass es euch wie uns einmal ergeht und die Campingausrüstung einfach nicht mehr ins Auto passen will und man sich irgendwann entscheiden muss, ob man nun die Fähre verpasst oder Teile des Gepäcks auf dem Campingplatz zurücklässt. Da ist Stress vorprogrammiert. Da die Einschiffung auf eine große Fähre ohnehin mitunter spannend ist, sollte man daher zusätzlichen Stressfaktoren vorbeugen, indem man genug Zeit für Abbau und Anfahrt zum Fährhafen einplant.

#5: Das Fährgepäck – unsere Packliste

Eine Fährfahrt mit Kindern will vorbereitet sein. Denn einmal eingeschifft muss man sein Auto ziemlich schnell verlassen. Die Parkdecks auf den Fähren sind während der Überfahrt nämlich geschlossen. Das bedeutet, dass man sein Fährgepäck im Idealfall vorher in ein oder zwei separate Taschen gepackt und diese griffbereit hat, sodass man diese sofort mitnehmen kann, wenn man das Auto abgestellt hat und die Parkdecks geschlossen werden. In das Fährgepäck gehören aus unserer Sicht:

  • Bargeld/EC/Kreditkarte
  • Reisedokumente (Personalausweise, Kinderreisepässe, Bordkarten)
  • Kamera
  • Spielzeug, Malsachen, evtl. ein Fernglas
  • Wasser
  • Knabbereien
  • Essen (wenn man nicht im Bordrestaurant essen möchte)
  • Notfallset gegen Reiseübelkeit bzw. Seekrankheit
    • Akkupressurarmbänder
    • Kotztüten
    • Globuli
    • Ingwerbonbons
    • Was auch immer euch hilft
  • Feuchttücher/Desinfektionstücher
  • Sonnenschutz (Mütze, Hut)
  • Sonnenmilch

Auf der Nachtfähre braucht ihr zusätzlich:

  • 1 Satz Wechselkleidung für jeden
  • Schlafanzüge für die Kinder
  • Kleine Kulturtasche
  • Evtl. Windeln bzw. Wickeltasche
  • Handyladegerät

#6: Verpflegung an Bord

Auf den großen Fähren von Corsica-Ferries oder Moby gibt es mehrere Restaurants unterschiedlicher Kategorien. Man findet dort Snack-Bars, Selbstbedienungsrestaurants, aber auch Restaurants mit Sternekoch. Dort sollte jeder fündig werden. Die Preise an Bord sind natürlich etwas höher als an Land.

Eine tolle und kostengünstige Alternative zum Restaurant an Bord ist ein selbst vorbereitetes Picknick an Deck. Wer noch ein wenig Zeit vor der Einschiffung hat, kann in der Stadt einkaufen gehen und sich ein leckeres Essen selbst zusammenstellen. Eine tolle Variante ist es z.B. sich einfach eine Pizza mit an Bord zu nehmen.

#7: Seekrankheit

Einige neigen eher zu Seekrankheit als andere. Es gibt natürlich einige Methoden, wie man Übelkeit vorbeugen kann. Fest steht allerdings auch: Heftigem Seegang haben meist auch die stärksten Mägen wenig entgegenzusetzen. Hier sind einige Tipps, die gegen Seekrankheit helfen können:

  • raus an die frische Luft
  • einen festen Punkt am Horizont/an Land fixieren
  • im Zentrum des Schiffs aufhalten
  • Hinlegen
  • Eine Kleinigkeit essen, aber nicht zu viel
  • Ingwer-Kaubonbons oder Scheibchen
  • Akkupressur-Armbänder
  • Globuli

Eine tolle und vollständige Übersicht zum Thema Seekrankheit auf Fähren findet ihr auf family4travel.de

#8: Ein- und Ausschiffung

Kommt man im Fährhafen an, ist die Vorfreude auf die Überfahrt meist groß. Je nachdem wie früh man da ist, muss man noch etwas warten, bevor man auf das Schiff fahren darf. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, noch einmal zu überprüfen, ob man auch alles zusammengepackt hat, was man auf der Fähre braucht.

Auch sollte man sich überlegen, wer das Auto oder den Camper in die Garage lenkt, denn im Schiff ist nicht viel Platz und es wird jeder Zentimeter genutzt. Teilweise muss schon recht eng eingeparkt werden. Unsicheren oder nervösen Fahrern bzw. schlechten Einparkern ist die Einschiffung nicht zu empfehlen. Sie sollten das Lenkrad dann vielleicht doch dem sichereren Fahrer überlassen.

Denn wenn das Einschiffen beginnt, wird es entgegen der Darstellungen der Fährgesellschaften in Imagevideos auf Youtube meist doch relativ hektisch. Wild gestikulierende Fährenmitarbeiter und nervöse Autofahrer ergeben dann doch eine Mischung, in der es öfter mal zu Parkremplern kommt. Und wer will schon eine Delle in seinem geliebten Camper haben. Hat man das Auto geparkt, kann man sich seine Fährtasche schnappen und an Deck gehen. Vorher sollte man sich aber auf jeden Fall den Standort seines Fahrzeugs merken. Einige Fährlinien haben dafür einige Smartphone-Apps. Ein Foto des Schildes mit der Parkdecknummer tut es aber auch. Denkt daran, das Auto abzuschließen und checkt besser doppelt, ob ihr auch alle elektrischen Verbraucher ausgeschaltet habt. Nicht dass ihr am nächsten Tag mit leerer Starterbatterie dasteht.

Die angespannte Nervosität ist beim Ausschiffen meist nicht mehr so groß wie beim Einschiffen, es herrscht aber doch reges Treiben an Bord. Alle warten auf die Hafeneinfahrt und sind voller Vorfreude, den Urlaub auf der Insel zu beginnen. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, sollte diese beim Warten auf die Öffnung der Parkdecks gut im Auge behalten. Nicht dass eines in den Menschenmengen verlorengeht.

Das Ausschiffen hat dann etwas von einem Start bei einem Autorennen. Alle sitzen in ihren Autos und die meisten machen den Motor viel zu früh an. So sitzt man dann eine ganze Weile im Auto und das Parkdeck füllt sich mit stinkenden Autoabgasen, bis sich dann endlich der Bauch des Schiffs öffnet, alle losfahren und sich in die unterschiedlichsten Richtungen auf der Insel verteilen. Irgendwie surreal, aber auch unfassbar schön.

Eindrücke

3 Comments

  1. Danke fürs Verlinken! 🙂
    Jetzt hab ich echt Lust auf Korsika… Wir sind damals im Zuge unserer großen Europareise dort gewesen, kamen von Sardinien und sind nach Barcelona weitergefahren, jeweils mit der Fähre. Deshalb kann ich zur “richtigen” Korsika-Fähre gar nichts sagen.
    Was mir beim Lesen aber gerade aufgefallen ist: Trotz einer höheren zweistelligen Zahl an Fähr-Erfahrungen mit dem Auto bin ich – Klopf auf Holz – tatsächlich noch nie Zeuge einer Parkrempelei geworden. Wundert mich gerade selbst. 🙂

    • Danke für deine Rückmeldung. Einen ganz tollen Blog schreibt ihr und eurer Zusammenfassung zum Thema “Seekrankheit” ist einfach nichts mehr hinzuzufügen. Wir träumen gerade auch öfter mal von Korsika. Dieses Jahr geht es aber woanders hin. Viele Grüße

  2. Pingback: Korsika: Camping-Paradies für Familien mit Kindern - Bullikinder

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*