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Lac de Melo: Wunderschöne Kraxelei im Restonica-Tal

Inhalt

Allgemeines

Die Wanderung zum Lac de Melo gehört zu den schönsten auf ganz Korsika und der Weg dorthin ist viel begangen. Insbesondere in der Hochsaison kann es zu großem Andrang und regelrechten Staus auf den Wanderwegen kommen. Besonders schön ist die Tour daher in der Nebensaison. Allerdings können sich einige Schneefelder sehr lange halten und die Tour erschweren bzw. unmöglich machen. Auch wir mussten selbst im Hochsommer einige Altschneepassagen meistern, was allerdings kein großes Problem war. Dennoch muss man insbesondere, wenn man mit Kindern unterwegs ist, wissen worauf man sich einlässt. Der Weg ist nicht schwierig, aber steil und verblockt.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Startpunkt der Wanderung ist die Bergerie de Grotelle im Restonica-Tal. Mit dem Auto fährt man von Corte kommend auf der D623 durch das Restonica-Tal bis zu einem Wandererparkplatz ganz am Ende der Straße. Je nachdem, wie viel los ist, kann es sein, dass man das Auto schon vorher abstellen muss.

Anforderungen der Tour

Die Tour ist sehr bekannt und beliebt und wird daher auch von vielen Turnschuh- und Sandalengehern besucht, was aus unserer Sicht fahrlässig ist. Auch wenn die Tour aus technischer Sicht nicht allzu schwer und auch für Kinder geeignet ist, handelt es sich doch wohl um eine Unternehmung in alpinem Gelände. Die Wegbeschaffenheit variiert von schmalen Wanderpfaden über verblocktes Gelände bis hin zu leichten, versicherten Klettereien (schwere Variante: „accès difficile“) und Altschneefeldern. Hinzu kommt natürlich der Faktor Wetter: Am eigenen Leib mussten wir erleben, wie schnell das Wetter hier umschlagen kann. Am Gipfel hatten wir zunächst noch sehr gutes Wetter, dann frischte es auf und eine halbe Stunde später wurden wir auf dem Rückweg von einem kräftigen Gewitter eingeholt und wir mussten einen schnellen Rückzug antreten.

Die Tour eignet sich aus unserer Sicht für Kinder ab ca. 6 Jahren. Unser ältester Sohn war 5,5 Jahre alt und konnte die ganze Strecke laufen. Unseren Kleinen (2 Jahre) trugen wir in der Trage. Dazu braucht es aber einen fitten Träger, der sowohl bergauf als auch bergab mit dem schweren Gepäck zurechtkommt. Immerhin sind ca. 400 Höhenmeter zu bewältigen.

Ausrüstung

Für den Weg braucht man auf jeden Fall geeignetes Schuhwerk. Ob es ein Bergstiefel sein muss, sei jedem selbst überlassen. Als wir uns zu der Wanderung aufmachten, wurde das Schuhwerk an der Bergerie de Grotelle durch die Bergwacht überprüft. Befanden die Männer der Bergwacht die Schuhe als ungeeignet, wurde man weggeschickt. Neben der Brotzeit, ausreichend Wasser und einem Sonnenschutz gehört auf jeden Fall eine Regenjacke ins Gepäck. Hat man mit dem Wetter Glück und es regnet nicht, wärmt die Jacke oben am See. Dort kann es nämlich ziemlich kühl sein.

Tourbeschreibung

Es gibt zwei Varianten, den Lac de Melo zu erreichen: die einfache Variante („accès facile“) und die schwere Variante („accès difficile“). Kurz hinter der Bergerie de Melo teilt sich der Weg. Wir sind sowohl im Auf- als auch im Abstieg die leichte Variante gegangen und beschreiben hier auch nur diese.

Der Weg startet an der Bergerie de Grotelle. Hinweisschilder dort zeigen eine Gehzeit zum See von 1 Stunde. Mit Kindern ist das aber ein utopischer Wert. Wir folgen dem schmalen Weg bis zur Bergerie de Melo. Bis dahin sind einige Bäche zu queren, die je nach Jahreszeit unterschiedlich viel Wasser führen. Kurz hinter der Bergerie de Melo teilt sich der Weg: rechts (accès difficile) und links (accès facile). Wir folgen dem linken, vermeintlich leichteren Weg. Dieser wird schon bald ziemlich steil und verblockt und führt in einigen Kehren Richtung Melosee. Auf dem Weg können bis in den Hochsommer hinein Schneereste liegen, die das Begehen erschweren bis unmöglich machen. Wenn zu viel Schnee liegt empfiehlt sich der schwere Anstieg. Man folgt dem Weg, bis man den See erreicht hat.

Der See ist ein toller Ort für eine ausgiebige Rast. Hartgesottene gehen auch ins Wasser. Wer das Wasser des Restonica kennt, weiß jedoch, dass dies auch weiter unten schon eiskalt ist. Ein Bad im Melosee ist wirklich nur für die ganz Harten.

Wer noch ein paar Körner übrig hat, kann noch den Weg zum höhergelegenen Capitellosee in Angriff nehmen. Der Weg eignet sich allerdings nur für ältere Kinder ab ca. 10 Jahre.

Für uns geht es auf dem gleichen Weg wie beim Aufstieg wieder zurück.

Eindrücke

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